Google Chrome, Apple Safari, Mozilla Firefox, Microsoft Edge oder Opera: Diese Web-Browser sind Ihnen garantiert aus dem Berufsalltag oder von privaten Ausflügen ins Internet ein Begriff. Haben Sie aber auch schon mal vom Tor Browser gehört? Wir erklären Ihnen dessen Vorzüge und wozu sich das weltweite Tor-Netzwerk eignet.

Was ist der Tor Browser?

Ganz einfach formuliert: Tor (The Onion Router) ist eine Anwendung bzw. ein Netzwerk zur Anonymisierung der Verbindungsdaten. Mit dem kostenlosen Tor Browser auf Basis eines modifizierten Firefox kann man sich anonym im Internet bewegen und seine Privatsphäre sowie sensible Dateien schützen. Die Sicherheit beim Surfen wird signifikant erhöht, weil der Datenverkehr verschleiert wird. Dies gelingt, da im weltweiten Tor-Netzwerk drei zufällige Rechner ausgewählt werden, die den Datenverkehr verschlüsselt weiterleiten. Die Entschlüsselung der Daten und die Weiterleitung zur gewünschten Zieladresse erfolgt erst beim Exit-Knoten, also dem finalen Server.

Anwender können in den Einstellungen selbst das gewünschte Sicherheitsniveau definieren. JavaScripts und HTML5-Medien sind beispielsweise standardmäßig deaktiviert. Unter Windows kann man zudem unterbinden, dass die eigenen Surfspuren aufgezeichnet werden, um personalisierte Werbung zu erhalten.

Dies gelingt, weil das Tor-Netzwerk wie eine Zwiebel („Onion“ = engl. „Zwiebel“) aufgebaut ist und durch mehrere verschlüsselte Weiterleitungen zwischen den Servern bis hin zum Exit-Node bzw. der entsprechenden Seite im Darknet die Identität der Nutzer verschleiert. Dabei kennt der Knotenpunkt nur jeweils den vorherigen sowie den folgenden Server.

Gelangt man per Tor Browser auch ins Darknet?

Ja, der Tor Browser öffnet nicht nur den Weg ins „normale“ Internet, das Clear Web, sondern auch ins so genannte Darknet. Das Darknet ist nicht über die üblichen Suchmaschinen und Browser erreichbar. Hierhin gelangt man nur mit Hilfe spezieller Anonymisierungsnetzwerke wie Tor. Wer im Darknet unterwegs ist, möchte in der Regel möglichst anonym bleiben und keine Spuren hinterlassen. Die Kommunikation wird hier deshalb verschlüsselt.

Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik ist das Darknet tatsächlich Handelsplatz für Straftaten und illegale Güter aller Art, in dem die Angebote meist mit sogenannten Kryptowährungen bezahlt werden. Andererseits bietet die verschlüsselte Struktur für Journalisten, Verfolgte oder politisch Oppositionelle die Möglichkeit, auf regional gesperrte Inhalte zuzugreifen, Zensur zu umgehen oder mit anderen Menschen zu kommunizieren.

Ist der Tor Browser legal?

Ja, wer über den Tor Browser surft macht sich nicht strafbar, seine Nutzung ist nicht verboten. Denn es spricht nichts dagegen, seine eigenen Wege im Internet hinter mehreren Servern zu verbergen. Was viele wahrscheinlich nicht wissen: Auch das Bewegen im Darknet ist nicht illegal. Straffällig wird man hingegen, sobald man hier illegale Inhalte konsumiert, herunterlädt oder rechtswidrige Waren und Dienstleistungen erwirbt.

Ist der Tor Browser kostenlos?

Ja, der Tor Browser kann kostenlos im Internet heruntergeladen werden. Für seine Nutzung fallen weder einmalige noch regelmäßige Kosten an.

Screenshot der Download-Seite des Tor Browsers. Klicken Sie auf den Link, um die neueste Version des privaten und sicheren Browsers herunterzuladen. DENK IT Blog

Auf welchen Betriebssystemen läuft der Tor Browser?

Der Tor Browser kann unter Microsoft Windows, macOS und Linux installiert werden. Für mobile Android-Geräte ist zudem im Gegensatz zu iOS eine App verfügbar.

Wie schnell ist der Tor Browser?

Wer über den Tor Browser surft muss mit Geschwindigkeitseinbußen gegenüber anderen klassischen Web-Browsern leben. Denn dabei werden die Up- und Downloadraten unterschiedlicher Zwischenserver addiert. Problem: Hierbei handelt es sich oft nicht um leistungsstarke Server von professionellen Webhostern, sondern um schmalbandige Anbindungen privater Nutzer. Außerdem müssen oft sehr weite Strecken zwischen den Servern überbrückt werden. Der Tor Browser eignet sich deshalb weniger zum Download riesiger Datenpakete oder zum Streamen, sondern vielmehr für anonyme Surf-Sitzungen.

Ist man mit Tor hundertprozentig anonym im Netz unterwegs?

Ob man mit dem Tor Browser Spuren hinterlässt, hängt vom jeweiligen Einsatzszenario ab. Wer sich beispielsweise bei Facebook oder Instagram anmeldet, macht sein Surfverhalten trotzdem nachvollziehbar. Um maximale Sicherheit zu garantieren, müssen Cookies deaktiviert werden – dies wiederum reduziert den Bedienkomfort deutlich.

Was unterscheidet den Tor Browser von einem VPN-Dienst?

Ein VPN-Dienst (Virtual Private Network) schickt Ihren Datenverkehr über einen Zwischenserver, verschlüsselt die Verbindung und maskiert die IP-Adresse. Auf diese Weise lassen sich auch Ländersperren umgehen, was speziell beim Streaming praktisch ist. VPN-Server sind meistens deutlich schneller als der Tor Browser, weil eben nur ein Server zwischengeschaltet ist. Aus diesem Grund ist das Streamen per Tor Browser schwierig, weil die Internetgeschwindigkeit massiv leidet. Für die uneingeschränkte Nutzung eines VPN-Dienstes müssen Sie in der Regel zahlen, während der Tor Browser kostenlos ist. Anfänger profitieren von der insgesamt simpleren Konfiguration eines VPN-Dienstes, für maximale Sicherheit sind beim Tor Browser oft zusätzliche Schritte erforderlich.

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